Selektives Lasersintern (SLS)


Im folgenden finden Sie eine kurze Verfahrensbeschreibung.
Weiter unten haben wir Tipps & Trick für die Konstruktion Ihrer Teile aufgelistet.

Beschreibung


Selektives Lasersintern ist ein generatives Fertigungsverfahren, bei dem das Werkstück Schicht für Schicht aufgebaut wird. Beim Lasersintern können beliebige dreidimensionale Geometrien auch mit Hinterschneidungen erzeugt werden, die sich mit konventionellen mechanischen oder gießtechnischen Fertigungsverfahren nicht herstellen lasse.

Beim Lasersintern wird das Bauteil aus einem pulverförmigen Ausgangsstoff hergestellt. Am Anfang des Fertigungsprozess ist der Pulverförderkolben so weit nach unten gefahren, dass das gesamte für den Prozess benötigte Pulver darin Platz findet. Der Bauplattformkolben ist ganz nach oben gefahren und nur mit einer dünnen Schicht Pulver bedeckt.

Wenn die Maschine auf Betriebstemperatur aufgeheizt ist, beginnt der eigentliche Sinterprozess. Der Laser appliziert seinen Strahl in die Scannereinheit, hier sind 2 Spiegel so angeordnet, dass der Laser auf die Bauplattform abgelenkt wird. Durch Verstellen der Spiegel kann der Laser punktgenau gelenkt werden und so die Kontur des Bauteils abgefahren werden.

Durch das selektive Aufschmelzen des Pulvers wird so nach und nach das Bauteil schichtweise aufgebaut. Ist der Aufschmelzvorgang bei einer Schicht abgeschlossen, wird automatisch eine neue Schicht Pulver aufgetragen und der Vorgang beginnt erneut, bis das Bauteil fertig ist.

Das SLS-Verfahren ist nach Allgemeintoleranz DIN ISO 2768-1 in die Kategorie "grob" einzuordnen.


Anwendungsgebiete
- Prototypen
- Kleinserien
- Rapid Manufacturing
- Messemodelle
- Endprodukte & Funktionsbauteile
- Mechanisch belastbare Bauteile

Konstruktionsrichtlinien


Design Spezifikationen


Minimale Wanddicke: 0,7 mm
Minimale Details: 0,3 mm
Maximale Bauraumgröße: 110 x 110 x 110 mm
Toleranzen: 0,3 mm
Geschlossene oder ineinandergreifende Teile: Ja

Haben Sie noch Fragen? Gerne helfen wir Ihnen weiter.

Regeln, Tipps und Tricks


Schichtaufbau

Bei Winkeln unter 20° zur x/y Ebene, sind auf der Oberfläche Stufen zu erkennen. Ebenso ist die Sichtbarkeit der Stufen von der Schichtdicke abhängig.

Gelenke

Bei Gelenken sollte darauf geachtet werden, die Spaltmaße ausreichend zu dimensionieren. Spaltmaße für Gelenke:
x/y: 0,3 mm - 0,5 mm
z: 0,5 mm - 0,6 mm

Schrift

Schrift auf den Bauteilen sollte mindestens 5 mm hoch sein, damit diese darstellbar ist. Es wird eine Schriftart ohne Serifen empfohlen.

Toleranzen

Da das Bauteil exakt so gebaut wird, wie es im CAD konstruiert wurde, sollte mit systemischen Toleranzen gearbeitet werden.
Das Bauteil sollte in der Mitte der Toleranzzone gezeichnet werden.
Bei Losen Verbindungen sollte das Spaltmaß mindesten 0,1 mm betragen.

Bohrungen

Bohrungen unter 1 mm sollten vermieden werden.
Bohrungen die darunter liegen müssen manuell hergestellt werden.

Reinigung der Bauteile

Die Bauteilgeometrie muss ein entfernen des Kunststoffpulvers nach dem Druck ermöglichen.
Kleine Röhren oder komplexe innen liegende Strukturen können dies unter Umständen verhindern.

Kanten

Die Bauteilkanten sollten leicht abgerundet sein.