Selektives Lasersintern (SLS)


Wie funktioniert Selektives Lasersintern?
Hier finden eine kurze Verfahrensbeschreibung.

Beschreibung Selektives Lasersintern



Das selektive Lasersintern ist ein generatives Fertigungsverfahren. Das heißt, dass das zu fertigende Werkstück wie bei anderen 3D-Druckverfahren auch schichtweise aufgebaut wird, aber mit dem Unterschied, dass keine festen Kunststoffe verwendet werden sondern, ein Pulver. Das hat den Vorteil, dass beliebige räumliche Formen problemlos erzeugt werden können. Selektives Lasersintern kann Formen erzeugen, auch mit Hinterschneidungen, die sich mit anderen Druckverfahren nicht verwirklichen lassen.

Wie bei allen 3D-Druckverfahren ist als Ausgangsbasis eine CAD-Datei erforderlich, deren Daten Schicht für Schicht verarbeitet werden. Grundsätzlich besteht der Drucker aus fünf Teilen: Ein Laser, zwei Spiegel und zwei Behälter, deren Böden mittels einem Kolben nach oben und unten gefahren werden sowie eine Rakel. In einem der Behälter befindet sich der zu sinternde Pulvervorrat. Die Rakel schiebt von dort das Pulver schichtweise in den anderen Behälter, in dem der Sinterprozess stattfindet. Die CAD-Daten werden mit dem Laser auf die punktgenau zu steuernden Spiegel projiziert. Diese lenken den Laserstrahl auf das zu sinternde Pulver und fahren so die Konturen des herzustellenden Objekts ab. Nach dem Aushärten wird durch die Rakel eine neue Schicht des Pulvers in den Sinterbehälter befördert und durch den Laser wieder erhitzt. So entsteht Schicht für Schicht das 3D-Objekt.

Das selektive Lasersintern ist nicht nur interessant für das Herstellen von Prototypen, auch die Fertigung von Kleinserien und Rapid Manufacturing sind möglich. Messemodelle, Endprodukte, Funktionsbauteile und mechanisch belastbare Bauteile sind ideale Einsatzzwecke für dieses Druckverfahren.

Das SLS-Verfahren ist nach Allgemeintoleranzen DIN ISO 2768-1 in die Kategorie „grob“ einzuordnen.

Konstruktionsrichtlinien


Design Spezifikationen


Minimale Wanddicke: 0,7 mm
Minimale Details: 0,3 mm
Maximale Bauraumgröße: 110 x 110 x 110 mm
Toleranzen: 0,3 mm
Geschlossene oder ineinandergreifende Teile: Ja

Haben Sie noch Fragen? Gerne helfen wir Ihnen weiter.

Regeln, Tipps und Tricks


Schichtaufbau

Bei Winkeln unter 20° zur x/y Ebene, sind auf der Oberfläche Stufen zu erkennen. Ebenso ist die Sichtbarkeit der Stufen von der Schichtdicke abhängig.

Gelenke

Bei Gelenken sollte darauf geachtet werden, die Spaltmaße ausreichend zu dimensionieren. Spaltmaße für Gelenke:
x/y: 0,3 mm - 0,5 mm
z: 0,5 mm - 0,6 mm

Schrift

Schrift auf den Bauteilen sollte mindestens 5 mm hoch sein, damit diese darstellbar ist. Es wird eine Schriftart ohne Serifen empfohlen.

Toleranzen

Da das Bauteil exakt so gebaut wird, wie es im CAD konstruiert wurde, sollte mit systemischen Toleranzen gearbeitet werden.
Das Bauteil sollte in der Mitte der Toleranzzone gezeichnet werden.
Bei Losen Verbindungen sollte das Spaltmaß mindesten 0,1 mm betragen.

Bohrungen

Bohrungen unter 1 mm sollten vermieden werden.
Bohrungen die darunter liegen müssen manuell hergestellt werden.

Reinigung der Bauteile

Die Bauteilgeometrie muss ein entfernen des Kunststoffpulvers nach dem Druck ermöglichen.
Kleine Röhren oder komplexe innen liegende Strukturen können dies unter Umständen verhindern.

Kanten

Die Bauteilkanten sollten leicht abgerundet sein.